Was wir uns wünschen

Nachdem wir uns wiedergefunden haben,begann eine intensive Zeit der Gespräche und des Gedankenaustausches. Schnell merkten wir,wie verbunden wir nach all den Jahrzehnten waren. Als wäre dazwischen keine Zeit verflossen.

Kissy hat einen Traum. Sie möchte unbedingt Straßenkinder und obdachlose Jugendliche wieder auf den rechten Weg bringen und sie intensiv in einer betreuten Wohnanlage fördern,so daß sie ihre Fähigkeiten erkennen und weiterentwickeln können.

Um diesen Traum zu verwirklichen,macht sie im Moment eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin.Wenn alles klappt,wird sie im Sommer 2018 fertig sein.

Ich war von dieser Idee sofort begeistert und gefesselt und versprach ihr meine ganze Unterstützung. Diese mündete in der Vorstellung dieses Blogs,der unsere authentische Geschichte zum Anlaß nimmt,das Elend auf den Straßen dieser Welt zu mindern und aktiv zu beenden.

Unser „Road-Movie“ einer Flucht aus einer unglaublichen Lage und die sich dann entwickelnde Steigerung in eine Mischung aus grenzenlosem Freiheitsdrang und Brechung aller Normen,ist eine Verklärung und Warnung zugleich,die eigenen Möglichkeiten zu erkennen und sich nicht endlos treiben zu lassen,bis alles in der Unendlichkeit verschwindet…

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Einleitung – Buchvorstellung

„Bevor ich meine verrückte Geschichte mit Kissy erzähle, möchte ich mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Lucky! Nein, eigentlich heiße ich gar nicht Lucky,sondern ich wurde erst auf der Flucht aus der Algarve ins Baskenland in Galizien so getauft.Nach einer Zigarettenmarke übrigens…“

So beginnt mein Buch über die unglaubliche Geschichte,die im Sommer 1990 wirklich passiert ist.Dieses Buch wird im Moment noch geschrieben und nach Fertigstellung über diesen Blog vertrieben bzw. kann dann hier bestellt werden.

Eigentlich wollte ich 1990 nach zwei abgebrochenen Studiengängen nach Portugal in die Algarve auswandern und in irgendeinem der vielen Ökodörfer im Hinterland mitarbeiten.So hatte ich mir das vorgestellt und war mit Zwischenstopp im Baskenland in Nordwest-Spanien zügig an die Algarve gefahren.Doch es sollte anders kommen! Schon in der zweiten Nacht an der Südalgarve bei Odeceixe wurde ich an einem einsamen Platz von einem Motorradfahrer überfallen und mußte über eine endlose Serpentinenstraße flüchten.Am nächsten Tag lernte ich ganz in der Nähe zwei junge deutsche Frauen aus Berlin kennen,Iris und Kissy,die ebenfalls in derselben Nacht mit dem Tode bedroht wurden.Daraufhin entschieden wir uns gemeinsam spontan,zu einem guten Freund von mir nach Galizien zu fahren.Dort verschwand Iris auf mysteriöse Weise,so daß Kissy und ich beschlossen,weiter ins Baskenland zu flüchten,wo ich mich aufgrund vieler Reisen gut auskannte.

Auf diesem Höllentrip steigerten wir uns in einen Rausch aus absolutem Freiheitsdrang und Mißachtung aller Normen hinein.Nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt in San Sebastian,weil wir für Terroristen gehalten wurden,und dem Verlust des Autos wegen überhöhter Geschwindigkeit hatte ich Kissy vorübergehend bei baskischen Freunden alleine gelassen und war nach Deutschland getrampt,weil die spanische Polizei umgerechnet 800 DM für die Auslösung meines Autos verlangt hatte,die ich natürlich nicht dabei hatte und erst holen mußte.Nach zahlreichen weiteren Abenteuern mit Zwischenstation in Deutschland verlor ich dann Kissy unter tragischen Umständen in San Sebastian.

Viermal fuhr ich im Verlauf von 2 Jahren ins Baskenland,um sie zu finden.Einmal klapperte ich 1991 mit meinem Vater sogar  die gesamte Küste bis Galizien ab,weil ich mich in ihre magische Ausstrahlung verliebt hatte,allerdings auf der gesamten Reise rein platonisch.Alles vergeblich…

22 Jahre später im Dezember 2012 entdeckte ich sie auf Facebook wieder und schrieb sie an.Ich erhielt jedoch keine Antwort.Sie hatte zwischenzeitlich geheiratet und 2 Kinder.Sie antwortete jedoch erst jetzt im Oktober 2016, knapp 4 Jahre später,weil die damalige Mail aus ungeklärten Gründen nicht angekommen war,zu einem Zeitpunkt,als es mir durch eine Viruserkrankung sehr schlecht ging.Wir freuten uns beide riesig und konnten es gar nicht glauben,daß es so ein Glück gibt.Ich erfuhr,daß sie noch ganze zwei Jahre in Spanien unterwegs gewesen war.

Und wieder spürte ich ihre Magie und eine tiefe Zuneigung,die nicht von dieser Welt zu sein scheint.Ich bin so froh,sie wiedergefunden zu haben.Durch ihren Zauber bin ich gesund geworden.Dafür danke ich ihr! Außerdem betet sie jeden Tag für meine schwerkranke Frau,mit der ich seit einem Vierteljahrundert zusammen bin.

Ich möchte diesen Blog – und auch das Buch- allen Menschen widmen,die verzweifelt sind und nicht mehr weiter wissen.

Dabei gibt es durch unsere verrückte Geschichte zwei Botschaften:

1.Niemals aufgeben,auch wenn man glaubt,ein Welt würde zusammenbrechen!

2.Immer an die Liebe glauben,selbst wenn sie verloren zu sein scheint und nicht verzweifeln,wenn sie unerfüllt bleibt!

Wie gerne würde ich Kissy besuchen,doch durch die schwere und ernste Krankheit meiner Frau kann ich nicht verreisen.Doch wir haben uns wiedergefunden,nur das zählt!